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Elysische Gärten – Von der Kunst der botanischen Architektur

Schon im Alten Testament definierte der Garten Eden eine landschaftliche Perfektion geschaffen von göttlicher Hand. Doch auch Normalsterbliche sind seit jeher bestrebt, ihren schöpferischen Geist im Freien zu entfalten. Die Ursprünge moderner Gartenkunst gehen dabei auf den Ackerbau zurück, welchen der Mensch kultivierte, als er vom Jäger- und Sammlertum zur sesshaften Lebensweise überging. Geprägt durch verschiedenste Gartenphilosophien entstanden so neben üblichen Nutzgärten, wie dem Obst-, Gemüse- oder Kräutergarten auch eine Reihe von Ziergartenvarianten, die bis heute Wohnlandschaften in aller Welt verschönern. Ergänzt durch die ein oder andere Gartenkunst von echten Künstlern, verwandeln manche ihre Gärten sogar gerne in Monumente kreativen Schaffens, die dem geschichtlichen Werdegang des Gartenbaus alle Ehre machen.

Historische Vorbilder moderner Gartenkunst

Zurück verfolgen lässt sich die Tradition des Gartenbaus bis ins Jahr 3000 vor Christus. Auffallend ist, dass die Philosophie, welche den hier vorkommenden Gartenmodellen zugrunde liegt, stark von der regionalen Lage der botanischen Schule abhängt.

Die Gärten Ägyptens:

Wegen der Lage des Landes in äußerst trockenen Breitengraden, stellte die Wasserversorgung bei der Errichtung von Gärten schon im Altertum eine besondere Herausforderung dar. Trotz der Schwierigkeit der Bewässerung waren Gartenanlagen im Pharaonenreich weit verbreitet. Sie umrahmten Tempelanlagen, Pyramiden, wie auch andere bedeutsame Gebäude und waren von großer Bedeutung für das religiöse Leben jener Epoche. Abgestufte bzw. versetzte Terrassen, sowie weitläufige Tempelanlagen mit einer Vielzahl an Pavillions, Menagerien oder offenen Säulenhallen zur Erholung prägten das Bild der spirituellen Zentren nur zu gerne. Daneben befanden sich in den Anlagen auch viele kultivierte Haine, wurden Bäume von den Ägyptern doch als besonders heilig eingestuft.

Die Gärten Asiens:

Im kompletten Gegensatz zu den vielseitigen Erscheinungsformen ägyptischer Gärten stehen die strengen Gartenkonzepte Japans und Chinas. Weniger religiöser, dafür philosophischer Natur sind die hier entwickelten Gartenstrukturen eng Verknüpft mit den asiatischen Vorstellungen von Kunst und Geometrie. Feng Shui ist das Schlüsselwort – ein architektonisches Konzept, das bereits bei der Planung viel Wert auf die optische und energetische Übereinstimmung eines Grundstückes mit seiner Umgebung legt. Die Harmonie in der Konstellation einzelner Gartenobjekte stand folglich im Vordergrund und sollte gemäß den Überzeugungen die kosmische Ordnung wiedergeben. Jede Pflanze, Brücke, Schrifttafel, ebenso wie jeder Stein hatte seine ganz eigene Bedeutung und wurde in einem bestimmten Ausrichtungsverhältnis zu anderen Objekten in den Garten integriert. Der traditionelle Zen Garten folgt bis heute dieser Philosophie und hält in den letzten Jahren auch immer öfter Einzug in europäische Wohn- und Stadtgebiete.

Die Gärten des Orients:

Ein metaphorisches Sinnbild für die prachtvolle, orientalische Gartenkunst bezeichnen die Hängenden Gärten der Semiramis, welche zu den sieben Weltwundern der Antike zählen. Griechische Schreiber berichteten mehrfach von der atemberaubenden Schönheit der Gartenlage, deren Namenspatin nicht minder sagenumwoben und mysteriös ist, wie das nach ihr benannte, botanische Meisterwerk. Auch wenn es heute keine greifbaren Anhaltspunkte mehr für die Existenz dieses Wunders mehr gibt, so geben zahlreiche Palastgärten einstiger Scheiche und Kalifen, ebenso wie die Gartenanlagen der griechischen und römischen Antike doch Aufschluss darüber, aus welchen Elementen sich die Hängenden Gärten möglicherweise zusammen setzten. Datteln, Zedern und Palmen, angeordnet in imposanten, übereinanderliegenden Alleen müssen es gewesen sein, die neben einer Vielzahl an exotischen Blüten und Säulengängen dem Weltwunder seinen Titel verliehen. Schwer nachzuvollziehen ist es nicht, wenn man die Wirkung von nur einer einzigen antiken Skulptur bedenkt, die, aufgestellt in einem modernen Garten, bis heute auf die Fantasie von Hobbybotanikern beflügelt.

Neben diesen drei großen Philosophien der Gartenkunst gibt es noch eine Menge kleinerer Gartenkonzepte, wie zum Beispiel das Modell der Labyrinthgärten, welche sich insbesondere im mittelalterlichen England großer Beliebtheit erfreuten. Unabhängig von ihrer Verbreitung standen die historischen Vorlagen jedenfalls allesamt Pate für den modernen Gartenbau und können deshalb zu Recht als Wiege der elysischen Gärten von heute bezeichnet werden.

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